Modul 1 - Einführung in die Aufstellungsarbeit

Lektion 1 - Übung 2

Lektion 2

ÜBUNG 2 – Einfühlen in eine unfreundliche Person




Deine Aufgabe im Überblick:

  • Einfühlen in die Personen, die dir unangenehm sind.
  • Notizen machen.


Die Trennung von dir angenehmen und dir unangenehmen Personen dient dazu, dass du bewusst fühlst, wie es einem Menschen geht, den du bis jetzt als unangenehm erfahren hast. Es kann sein, dass sich dieser Mensch schwach fühlt und diese Schwäche mit einem Verhalten überspielt, das nicht zu seinen wahren Gefühlen passt. Das wird als unangenehm oder unsympathisch wahrgenommen. Unsere Tiere spüren das und reagieren ebenfalls. Dazu lernen wir später mehr.


Unterdrückte Gefühle


Es kann auch sein, dass eine deiner gewählten Personen Wut unterdrückt und ein gespielt freundliches Verhalten an den Tag legt. Das ist nichts Ungewöhnliches. In unserer Gesellschaft haben nur wenige gelernt, mit Wut so umzugehen, dass sie angemessen ist. Wir spüren aber, dass ein Mensch, der gerade Wut unterdrückt, nicht authentisch ist. Das nehmen wir als unsympathisch wahr.


Wut- und andere emotionalen Ausbrüche haben fast immer mit einer Erfahrung aus der Vergangenheit zu tun, in der dieses Gefühl unterdrückt wurde. Sie entstehen dann, wenn eine Situation Ähnlichkeiten mit der ursprünglichen hat. Solche Ausbrüche wirken übertrieben und der Situation entsprechend nicht angemessen.


Authentische Menschen


Authentische Menschen zeigen Wut auf eine Weise, die uns vielleicht im ersten Moment erschreckt. Dennoch können wir gut damit umgehen, weil sie authentisch und auf das aktuelle Geschehen bezogen ist. Das nehmen wir als sympathisch wahr.


Es gibt noch viele andere Gründe, warum ein Mensch auf uns unsympathisch wirkt. Ich habe in meinen 20 Jahren Erfahrung mit der Aufstellungsarbeit gelernt, dass Menschen, die mir auf den ersten Blick unangenehm waren, die schwersten Schicksale hatten. Als sie sich damit gezeigt haben, wirkten sie sofort anders auf mich. Zum einen konnte ich Mitgefühl mit ihnen haben, zum anderen wirkten sie befreit, da sie sich nicht mehr verstellen brauchten.


Wenn du nach dem Video mit deinen drei ausgewählten Personen diese Übung machst, wirst du möglicherweise erstaunt sein, wie sie sich wirklich fühlen.


Allein mit dieser einfachen Übung lernst du, empathischer zu werden und mehr Verständnis für Menschen in deinem Umfeld zu haben. Letztendlich lässt sich für jedes Wesen Mitgefühl entwickeln, sofern wir selbst offen dafür sind.


Bei dieser Übung können starke Energien fließen. Sie können dir sehr zu schaffen machen. Lass dir für jede Übung genügend Zeit und mache ausreichend Pause zwischen den drei Personen, in die du dich einfühlst. Wenn dir die Luft im Raum „dick“ erscheint, öffne die Fenster in den Pausen.


Es kann sein, dass du die betreffende Person nach dem Einfühlen mit anderen Augen siehst und ihr in Zukunft anders entgegentrittst. Dieses einfache Einfühlen ist schon ein Schritt in Richtung Veränderung. Du nimmst sie jetzt anders wahr als vor dem Einfühlen. Das wirkt auf diese Person und sie wird sich dir gegenüber ebenfalls anders verhalten.


Auch unsere Tiere spüren die Veränderungen in ihrem Umfeld.

Das wirkt sich auf deren Verhalten, Gesundheit und Wohlbefinden aus.


Achte auf deine Grenzen!



Überfordere dich nicht!

Dies ist ein wichtiger Hinweis. Wenn du noch wenig Erfahrung hast und hochsensibel bist, kann es dir passieren, dass du auf eine Position mit schweren Energien kommst und tief darin versinken kannst. Ich habe es erlebt, dass eine junge Frau auf der Position eines schlecht laufenden Betriebes hyperventiliert hat. Also pass gut auf dich auf.


Maßnahmen zum Gegensteuern:

  • Tiefer atmen
  • Augen öffnen
  • Einen Punkt an der Wand fixieren
  • Aus der Position aussteigen
  • Den Raum lüften
  • Die Energien gründlich abstreifen
  • Sich schütteln


Aus einer Position richtig aussteigen


Ganz wichtig ist es, aus einer Stellvertreterposition richtig auszusteigen. Manche Menschen gehen einfach herunter und alles ist gut. Andere, insbesondere hochsensible Menschen, sollten besser ein Ritual daraus machen.


Hier ein Beispiel, wie du es machen könntest, aus einer Position auszusteigen:


Stell dir vor, du stehst in einem Topf.

Gehe einen deutlichen Schritt rückwärts.

Hebe deine Beine dabei an, als wenn du über etwas hinübersteigen müsstest.

Dann streife mit den Händen deinen ganzen Körper von oben nach unten ab, als wenn du mit etwas übergossen wurdest, das du nach unten wegstreifen möchtest.

Danach kannst du dich noch schütteln und springen.

Fühle selbst, wie viel von diesem Ritual für dich nötig ist.

Bei besonderer Schwere mache ich gern ein Fenster auf und lege eine Pause ein. Ich beschäftige mich gedanklich mit etwas, das mir Freude macht.


„Auf höheren Bewusstseinsebenen wird nicht

zwischen Mensch und Tier unterschieden.

Da sind wir alle gleich.“